Was ist GENDER?

Pfarrer Dr. Johannes Holdt, Schömberg


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„Gender“ ist eine Theorie, die in den vergangenen dreißig Jahren von amerikanischen Feministinnen entwickelt wurde.
(Vordenkerin ist vor allem Judith Butler mit ihrer Programmschrift „Gender Trouble“, die 1990 erschien.)
So jung diese Theorie ist, so steil ist die Karriere, die sie in kurzer Zeit hingelegt hat. Und zwar im politischen Spektrum der westlichen Welt - in den Parteien und in globalen Institutionen wie der UNO und der EU - wie auch in der akademischen Welt, in der sich ein neues Fach namens „Gender-Studies“ in kurzer Zeit fest etabliert hat.

Was besagt die Gender - Theorie, die sich auch Theorie der „geschlechtlichen Vielfalt“ nennt?
Sie besagt, dass die Geschlechter „Mann und Frau“ nichts Naturgegebenes sind, sondern nur eine soziale Rolle, ein gesellschaftliches Konstrukt. Was aber die Gesellschaft konstruiert hat, das kann sie auch dekonstruieren. Und eben das ist das Ziel von Gender, die Dekonstruktion der herkömmlichen Geschlechterordnung.
Jeder Mensch, so die Forderung, soll sein Geschlecht frei wählen, auch wechseln können, es sollen auch neue Geschlechtsrollen kreiert werden, die sich z.B. „transsexuell“, „transgender“ oder „queer“ nennen. In letzter Konsequenz schafft jeder Mensch sein eigenes Geschlecht.

Gender will die herkömmliche Form von Ehe und Familie „aufbrechen“.
Der herkömmlichen Ehe soll nicht nur die Homo-Ehe gleichgestellt werden, sondern alle möglichen Konstellationen wie die Ehe zu dritt oder zu viert oder auch die Inzest-Ehe. - Es gibt prinzipiell keine Grenzen mehr. Und in der Gender-Familie, wird das noch erweitert um Kinder, eigene, adoptierte oder künstlich erzeugte (z.B. per Leihmutterschaft). Die "Ehe für alle" kulminiert im Recht auf Kinder für alle.

Es ist offensichtlich, dass Gender ein Problem hat, und das ist die biologische Wirklichkeit. Denn jeder Mensch ist nicht nur durch seine Geschlechtsorgane und die sekundären Geschlechtsmerkmale als männlich oder weiblich bestimmt, sondern noch viel grundlegender durch das genetische Programm. Jede Körperzelle ist bei Männern männlich (XY Chromosom) und bei Frauen weiblich (XX Chromosom) geprägt. Auch eine sogenannte „Geschlechtsumwandlung“ ändert an dieser genetischen Tatsache nichts.

Die (natur-)wissenschaftliche Faktenlage steht also klar gegen Butlers Konzept. Gender entpuppt sich damit als echte Ideologie, die auf Tatsachen keine Rücksicht nimmt. Insofern ist die Bezeichnung „Genderismus“ für Gender passend.

In einer freien, pluralistischen Gesellschaft kann - in dem von der Verfassung vorgegebenen Rahmen – jede Theorie vorgetragen werden. Doch Gender möchte den gesellschaftlichen Diskurs nicht nur bereichern, sondern beherrschen.
Gender – Mainstreaming“ nennt sich diese Strategie. Das Gender - Konstrukt soll zum Mainstream, zum Hauptstrom der westlichen Gesellschaften werden. Dies aber nicht etwa durch öffentliche Debatten, sondern indem politische Machteliten den Bevölkerungen die neue Ideologie verordnen. „Top-down“ heißt hier das Stichwort, also von oben nach unten.
Zur Strategie gehören dabei wesentlich die Manipulation der Sprache (wenn, um nur ein Beispiel zu nennen „Elter 1 und Elter 2“ die Worte Vater und Mutter ersetzen) und der Zugriff auf die Erziehung und Bildung von Kindern und Jugendlichen. Gegenderte“ Bildungspläne und Erziehungsinhalte sind darum ein wesentliches Ziel des Genderismus.

So ließ in jüngster Zeit der Berliner Senat eine Kita-Broschüre mit dem Titel „Murat spielt Prinzessin, Alex hat zwei Mütter und Sophie heißt jetzt Ben“ erstellen. Mit dieser Handreichung will der Senat „sexuelle und geschlechtliche Vielfalt“ als festen Bestandteil in der frühkindlichen Erziehung Berliner Kindertagesstätten für Kinder ab dem 1. Lebensjahr etablieren. Trotz zahlreicher Proteste, etwa durch die Elterninitiative „Demo für alle“, hält der Senat an seinem Programm fest.
Besonders Eltern und alle, denen das Kindeswohl am Herzen liegt, sind deshalb gefordert, sich mit Gender auseinanderzusetzen und Widerstand zu leisten.

Literaturhinweis: Eine prägnante, kurz gefasste Analyse des Genderismus bietet Gabriele Kuby in der Broschüre:
GENDER. Eine neue Ideologie zerstört die Familie (fe-Medienverlag, Kisslegg 2015).


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